Corona-Virus / COVID-19 / Impfung & Rheuma (letztes Update 12.06.2022) 

Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 halten wir es für wichtig, Sie als Patienten zeitnahe und fundiert zu informieren. Das SARS-CoV-2 verursacht die als COVID-19 bezeichnete Infektionserkrankung. Es ist uns wichtig und zugleich schwierig, dem Thema die berechtigte Aufmerksamkeit zu widmen, ohne zu Verunsicherungen oder gar für Hysterie zu sorgen.

FAQ     COVID-19 & Infektion 

Pressemitteilung DGRh: Risiken bei Rheuma und COVID-19 untersucht

Die Mehrzahl der Rheumamedikamente ist auch bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 sicher einsetzbar. Einige Wirkstoffe scheinen sogar vor schweren Verläufen der COVID-19-Erkrankung zu schützen. Einzelne Medikamente gegen entzündlich-rheumatische Erkrankungen stehen jedoch im Zusammenhang mit komplizierten Verläufen. Dies zeigt eine aktuelle Studie von Forschenden der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) und des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums (DRFZ) zu Risikofaktoren schwerer COVID-Verläufe. Die DGRh weist darauf hin, dass die Ergebnisse sorgfältig interpretiert werden müssen. PatientInnen sollten sich immer individuell mit ihren behandelnden RheumatologInnen beraten und keinesfalls Medikamente selbständig absetzen. Eine hohe Impfrate bleibt auch für Menschen mit Rheuma der wichtigste Schutz vor einem schweren Verlauf einer COVID-19 Erkrankung.

Medikamente gegen entzündlich-rheumatische Erkrankungen beeinflussen das Immunsystem. Einige erhöhen die Infektanfälligkeit. Dies kann auch den Verlauf einer COVID-19-Erkrankung beeinflussen. Deshalb untersuchten PD Dr. med. Anne Regierer und Dr. rer. nat. Martin Schäfer vom Programmbereich Epidemiologie am DRFZ und Dr. med. Rebecca Hasseli, Koordinatorin des COVID19-Rheuma Registers der DGRh, die Daten von 2.274 Patienten mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung und einer SARS-CoV-2-Infektion. Das Register ist ein gemeinsames Projekt der DGRh und der Universität Gießen, dort geleitet von Prof. Dr. med. Ulf Müller-Ladner. Die Kommission COVID-19-Register der DGRh wertet die Registerdaten kontinuierlich aus. Auch die aktuelle Studie von Dr. Regierer ist im Rahmen dieser Kommissionstätigkeit entstanden.

Die Forschenden des DRFZ und der DGRh kategorisierten schwere Verläufe in drei Gruppen: ambulant behandelt (1), stationär aufgenommen (2) und invasiv beatmet oder verstorben (3). „Bei der großen Mehrheit verlief die Infektion glücklicherweise unkompliziert“, berichtet Dr. Hasseli. Dies waren 78 Prozent. Leider verstarben 83 PatientInnen an COVID-19, dies sind 3,6 Prozent der zu diesem Zeitpunkt im Register Erfassten.

„Für die RheumapatientInnen zeigte sich“, so Dr. Regierer, „dass wie bei nicht von Rheuma Betroffenen schwere Verläufe oft mit höherem Alter, männlichem Geschlecht und zusätzlich bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden sind.“ Erheblichen Einfluss nehme aber auch die Aktivität der rheumatischen Erkrankung: PatientInnen mit einer mittleren bis hohen Krankheitsaktivität hatten ein deutlich höheres Risiko für einen schwereren COVID-19-Verlauf als solche mit „stabiler“ Erkrankung. Bei PatientInnen, die eine hohe Krankheitsaktivität hatten und zusätzlich auch Glukokortikoide einnahmen, war das Risiko für einen komplizierten Infektionsverlauf noch höher.

In der Gruppe der so genannten Immunsuppressiva, die zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen eingesetzt werden, gingen einzelne etwas häufiger mit einem schwereren COVID-19 Verlauf einher, andere wiederum nicht. Die Analyse der einzelnen Substanzen ergab aus Sicht der ExpertInnen interessante Unterschiede: während das Biologikum Rituximab mit einem schwereren Verlauf von COVID-19 assoziiert war und die so genannten JAK-Inhibitoren dieses Risiko moderat zu erhöhen scheinen, waren die häufig eingesetzten TNF-Inhibitoren dagegen eher mit einem milderen Verlauf der SARS-CoV-2-Infektion assoziiert. „Wir müssen diese Daten umsichtig interpretieren, da es sich um eine Querschnittserhebung handelt, die keine unmittelbaren Schlüsse im Sinne von wenn-dann zulässt“, betont Prof. Dr. med. Christof Specker, Vorstandsmitglied der DGRh und Sprecher der Kommission. So kommen etwa JAK-Inhibitoren und auch Rituximab häufiger bei komplizierteren Rheuma-Verläufen zum Einsatz.

Als Fazit aus dieser Arbeit zieht Dr. Regierer, dass die von vielen Menschen mit Rheuma eingenommenen TNF-Inhibitoren bei einer COVID-Infektion sicher sind. Sie könnten evtl. sogar vor schweren Verläufen schützen. Das wichtigste bleibe die Kontrolle der Krankheitsaktivität. Deshalb sollten Betroffene auch auf keinen Fall Medikamente selbständig absetzen. Die behandelnden RheumatologInnen müssen die Therapie sorgfältig abwägen. Hierzu zählt auch die konsequente Aufklärung über die Impfung und eine möglichst hohe Impfrate unter RheumapatientInnen.

Quelle: Regierer AC, Hasseli R, Schäfer M, et al: TNFi is associated with positive outcome, but JAKi and rituximab are associated with negative outcome of SARS-CoV-2 infection in patients with RMD, Stand: 02.11.2021

Die längerfristigen gesundheitlichen Schäden einer COVID-19-Erkrankung, bezeichnet meistens durch die Begriffe „Long COVID“, „Post-COVID-19-Syndrom“ oder „post-acute COVID-19“, umfassen Beeinträchtigungen von körperlicher und psychischer Gesundheit, Funktionsfähigkeit und Lebensqualität, die im Zusammenhang mit der in der Vergangenheit stattgefundenen COVID-19-Erkrankung stehen. Die Beeinträchtigungen tauchen entweder in der akuten Erkrankungsphase auf und bleiben längerfristig bestehen, oder sie treten erst im Verlauf von Wochen und Monaten nach der Infektion auf. Eine einheitliche klinische Definition gibt es bislang noch nicht, weil über sehr unterschiedliche Symptome berichtet wird, die allein oder auch in Kombination auftreten und von sehr unterschiedlicher Dauer sein können.

Bei der Definition von Long COVID hilft eine zeitliche Unterteilung in 3 Phasen, die auf eine Empfehlung des britischen Nationalen Instituts für Gesundheit und klinische Exzellenz  (NICE) zurückgeht: akute COVID-19-Krankheitsphase (COVID-19-Symptome bis 4 Wochen nach vermuteter oder nachgewiesener akuter COVID-19-Erkrankung), subakute Krankheitsphase (fortbestehende COVID-19-Symptome Woche 4 bis Wochen 12 nach Symptombeginn) und „Post-COVID-19-Syndrom“ (Symptome, die im Zusammenhang mit einer COVID-19-Erkrankung oder auch danach aufgetreten sind, mehr als 12 Wochen nach Erkrankung noch vorliegen und nicht anderweitig erklärt werden können), siehe dazu auch das entsprechende Review in Nature Medicine. Der Begriff „Long COVID“ wird häufig verwendet, um Gesundheitsprobleme und Symptome zu beschreiben, die jenseits der akuten Krankheitsphase von 4 Wochen fortbestehen oder auch neu auftreten. Somit umfasst „Long COVID“ sowohl im Anschluss an eine COVID-19-Erkrankung 4 bis 12 Wochen nach Symptombeginn noch bestehende Symptome als auch das oben definierte „Post-COVID-19-Syndrom“.

Der Einfachheit halber verwenden wir in dieser FAQ den Begriff der „gesundheitlichen Langzeitfolgen von COVID-19“ und beziehen uns auf Anzeichen und Symptome, die sich während oder nach einer COVID-19-Erkrankung entwickeln, längere Zeit anhalten und nicht durch eine anhaltende Infektion (PCR nachgewiesen) oder alternative Diagnose erklärt sind. Menschen, die nach einer COVID-19-Erkrankung an so definiertem Long COVID leiden, sind nicht ansteckend.

Wie häufig treten gesundheitliche Langzeitfolgen von COVID-19 auf?

Sind auch Erkrankte mit milden Verläufen betroffen?

Unterschiedliche Studien kommen zu sehr unterschiedlichen Schätzungen für die Häufigkeit von gesundheitlichen Langzeitfolgen nach einer SARS-CoV-2-Infektion bzw. COVID-19-Erkrankung – je nach Falldefinition und Studienmethodik, wie z. B. der Dauer der Nachbeobachtungszeit sowie der Anzahl der erfassten Symptome und Gesundheitsprobleme. Der tatsächliche Anteil kann daher noch nicht verlässlich geschätzt werden.


Für Erwachsene, die wegen einer COVID-19-Erkrankung stationär behandelt werden mussten, wird berichtet, dass bis zu 76 % noch 6 Monate nach Entlassung aus dem Krankenhaus ein oder mehrere Symptome haben. Demgegenüber wird ein geringeres Vorkommen von Langzeitsymptomen nach 12 oder mehr Wochen in bevölkerungsbezogenen Studien beobachtet, die viele Personen mit milden oder symptomarmen Verläufen einschließen. Hier liegen die Schätzungen zwischen etwa 2 % und über 20 %. So fand eine deutsche Studie, dass etwa 1 von 10 Personen mit zunächst geringen oder keinen Symptomen auch Monate nach der akuten Erkrankung noch Symptome wie z.B. Atembeschwerden, Schlaflosigkeit, Geschmacksstörungen und Müdigkeit hatten. Dieselbe Studie zeigte, dass gesundheitliche COVID-19-Langzeitfolgen auch junge gesunde Menschen ohne Vorerkrankungen betreffen können. Auch nach milder bis moderater SARS-CoV-2 Infektion lassen sich Anzeichen für eine subklinische Multi-Organ-Schädigung beobachten.


Darüber hinaus wird berichtet, dass Betroffene nach einer vorangegangenen COVID 19-Erkrankung oder SARS-CoV-2-Infektion z.T. über Wochen bis Monate arbeitsunfähig sind und eine häufigere Inanspruchnahme von Leistungen wegen körperlicher und psychischer Neuerkrankungen zeigen, sowie einen vermehrten Medikationsbedarf und eine höhere Sterblichkeit. So sind einer deutschen Studie zufolge 5,8 % der an COVID-19 Erkrankten mindestens 4 Wochen nach der Diagnosestellung noch krankgeschrieben. Auch eine umfassende Analyse von GKV-Daten aus Deutschland zeigt, dass die Inzidenz für körperliche und psychische Diagnose- und Symptomkomplexe nach einer vorangegangenen COVID-19-Erkrankung erhöht ist im Vergleich zu Personen ohne eine nachgewiesene SARS-CoV-2-Infektion. Die Gruppenunterschiede waren für Erwachsene, aber auch für Kinder und Jugendliche signifikant, wobei absolute Häufigkeiten von neu diagnostizierten Erkrankungen bei Erwachsenen häufiger vorkamen. 

FAQ     COVID-19 & Testung 

Die Stadt Hamburg setzt die neue Testverordnung des Bundes um. Seit dem 13.11.2021 sind daher die Schnelltests wieder einmal pro Woche kostenfrei. Für PCR-Tests gilt: grundsätzlich berechtigt nur ein positiver Schnelltest zu einem kostenlosen PCR-Test. Kontaktpersonen benötigen ein Schreiben eines Arztes/einer Ärztin oder des Gesundheitsamtes. Alle anderen müssen die Kosten für einen PCR-Test selbst tragen – auch bei roter Corona-Warn-App.

Ob Schnelltest oder PCR, kostenlos oder kostenpflichtig: Vereinbaren Sie einen Termin z.B. hier

FAQ     COVID-19 & Impfung

Am 15.02.2022 ist die neue Beschluss der STIKO zur 18. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung veröffentlicht worden:

Empfehlung zur 2. COVID-19-Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff für besonders gesundheitlich gefährdete bzw. exponierte Personengruppen

Die STIKO empfiehlt nach abgeschlossener COVID-19 Grundimmunisierung und erfolgter 1. Auffrischimpfung eine 2. Auffrischimpfung: 

WER:

  • Menschen ab dem Alter von 70 Jahren
  • BewohnerInnen und Betreute in Einrichtungen der Pflege sowie Einrichtungen der Pflege sowie für Personen mit einem erhöhten
    Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf in Einrichtungen der Eingliederungshilfe 
  • Menschen mit Immundefizienz ab dem Alter von 5 Jahren 
  • Tätige (≥16 Jahre) in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen, insbesondere solche mit direktem PatientInnen- bzw. BewohnerInnenkontakt.

Bei Personen der o. g. Gruppen, die nach erfolgter COVID-19-Grundimmunisierung und 1. Auffrischimpfung eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, wird vorerst keine weitere Impfung mit den aktuell verfügbaren COVID-19-Impfstoffen empfohlen.


WOMIT:

  • Die STIKO empfiehlt für die Durchführung der 2. Auffrischimpfung, ebenso wie für die 1. Auffrischimpfung, in der Regel einen mRNA-Impfstoff zu verwenden.
  • Vorzugsweise soll es der mRNA-Impfstoff sein, der bei der Grundimmunisierung bzw. der 1. Auffrischimpfung zur Anwendung kam.
  • Im Übrigen gelten die bisherigen altersspezifischen Empfehlungen zur Anwendung von Comirnaty und Spikevax.
  • Immundefiziente Menschen ab einem Alter von 30 Jahren sollen bei der Verwendung von Spikevax die hohe Dosierung des Impfstoffs (100 μg) erhalten.


WANN:

  • Bei ≥70-Jährigen, BewohnerInnen und Betreuten in Einrichtungen der Pflege und bei Immundefizienten ist die 2. Auffrischimpung frühestens 3 Monate nach der 1. Auffrischimpfung empfohlen
  • Bei Tätigen in medizinischen Einrichtungen und Pflegeinrichtungen frühestens 6 Monate nach der 1. Auffrischimpfung. In begründeten Einzelfällen kann bei Letztgenannten die 2.
    Auffrischimpfung auch bereits nach frühestens 3 Monaten erwogen werden

Quelle: STIKO

Für die Impfung gegen COVID-19 sind aktuell in der Europäischen Union (EU) fünf Impfstoffe zugeassen. Es handelt sich dabei um zwei mRNA-Impfstoffe (Comirnaty der Firma BioNTech/Pfizer und Spikevax der Firma Moderna; Comirnaty ist für die Grundimmunisierung ab 5 Jahren, Spikevax ab 12 Jahren zugelassen) sowie zwei Vektor-basierte Impfstoffe (Vaxzevria der Firma AstraZeneca und COVID-19 Vaccine Janssen der Firma Janssen Cilag International; beide zugelassen ab 18 Jahren).

Außerem ist Nuvaxovid, ein adjuvantierter Protein-Impfstoff der Firma Novavax, seit dem 20.12.2021 in der EU für die Grundimmunisierung zugelassen. Die Verfügbarkeit dieses Impfstoffs ist für Ende Februar 2022 angekündigt. Bei keinem dieser Impfstoffe handelt es sich um einen Lebendimpfstoff.

  • Unter Berücksichtigung der bereits erfolgten Empfehlungen der STIKO soll Comirnaty ab 5 Jahren, Nuvaxovid ab 18 Jahren, Spikevax ab 30 Jahren und Vaxzevria sowie die COVID-19 Vakzine von Janssen ab 60 Jahren verwendet werden (jeweils ohne obere Altersbegrenzung).
  • Comirnaty ist in zwei Dosierungen zugelassen; die 10μg-Dosis für die Anwendung im Alter von 5-11 Jahren und die 30μg-Dosis für die Anwendung im Alter ≥12 Jahre. Spikevax ist ebenfalls in zwei Dosierungen zugelassen; die 100μg-Dosis für die Anwendung zur Grundimmunisierung und die 50μg-Dosis für die Anwendung zur Auffrischimpfung bei immunkompetenten Personen (bei Immundefizienz (ID) wird die volle Dosis von 100μg bei Auffrischimpfungen benutzt).
  • Für eine vollständige Grundimmunisierung sind bei den beiden mRNA-Impfstoffen jeweils 2 Impfstoffdosen notwendig.
  • Für die Grundimmunisierung mit Nuvaxovid sind 2 Impfstoffdosen von je 5μg des SARS-CoV-2-Spikeproteins im Mindestabstand von 3 Wochen erforderlich. Der Impfstoff ist bisher nicht für die Auffrischimpfung zugelassen.
  • Die Grundimmunisierung mit 2 Impfstoffdosen Vaxzevria empfiehlt die STIKO nicht mehr. Es wird empfohlen, nach 1 Impfstoffdosis Vaxzevria 1 Impfstoffdosis eines mRNA-Impfstoffs zu verabreichen (heterologes Impfschema).
  • Bei der COVID-19 Vaccine Janssen ist laut Zulassung für die Grundimmunisierung 1 Impfstoffdosis ausreichend. Allerdings empfiehlt die STIKO hier eine Optimierung des Impfschutzes durch eine zusätzliche mRNA- oder Nuvaxovid-Impfstoffdosis.
  • Die STIKO empfiehlt für die Durchführung von Auffrischimpfungen einen mRNA-Impfstoff zu verenden, auch wenn für die Grundimmunisierungen nicht oder nicht mehr von der STIKO empfohlene Impfschemata zur Anwendung gekommen sind

QUELLE: STIKO 

Die STIKO empfiehlt die Impfung gegen COVID-19 allen Personen ab 18 Jahren.

  • Bei der Verwendung von mRNA-Impfstoffen soll bei der Impfung von unter 30-Jährigen nur Comirnty eingesetzt werden. Da in dieser Altersgruppe das Risiko des Auftretens einer Myo-/Perikarditis nach Impfung mit Spikevax höher ist als nach Comirnaty (siehe wissenschaftliche Begründung), soll Spikevax in dieser Altersgruppe nicht verwendet werden. Bei Personen ab 30 Jahren kann hingegen einer der beiden zugelassenen mRNA-Impfstoffe (Comirnaty, Spikevax) verwendet werden.

  • Die beiden mRNA-Impfstoffe betrachtet die STIKO ansonsten als gleichwertig. Wenn der für die 1.Impfstoffdosis verwendete mRNA-Impfstoff nicht verfügbar ist, kann unter Berücksichtigung der Alterseinschränkung und bei Nichtschwangeren auch der jeweils andere mRNA-Impfstoff eingesetzt werden. Alternativ ist im Alter ≥18 Jahren auch die Verwendung des adjuvantierten Protein-Impfstoffs Nuvaxovid zur Grundimmunisierung möglich. Die Grundimmunisierung kann bei ≥ 60-Jährigen auch mit einem der beiden zugelassenen Vektor-basierten Impfstoffe (Vaxzevria, COVID-19 Vaccine Janssen) begonnen werden

  • Die STIKO empfiehlt allen Personen, die bisher nur eine Dosis eines Vektor-basierten Impfstoffes eralten haben, ein heterologes Impfschema (d. h. 1. Impfstoffdosis mit Vaxzevria oder der COVID-19 Vaccine Janssen, gefolgt von 1 Dosis eines mRNA-Impfstoffs in einem Abstand von mindestens 4 Wochen). Die Altersbeschränkung für die Vektor-basierten Impfstoffe erfolgte aufgrund der beobachteten thromboembolischen Ereignisse.

  • Personen, die mit 1 Impfstoffdosis COVID-19 Vaccine Janssen grundimmunisiert worden sind, sollen zur Optimierung ihres Impfschutzes eine weitere Impfstoffdosis eines anderen für die Grundimmunisierung empfohlenen Impfstoffs erhalten. Bei Vorliegen einer Kontraindikation gegen RNA-Impfstoffe oder bei individuellem Wunsch ist es nach ärztlicher Aufklärung grundsätzlich möglich, bei Erwachsenen unabhängig vom Alter für die Optimierung der Grundimmunisierung (2. Impftoffdosis) oder für die 1. Auffrischimpfung (3. Impfstoffdosis) auch die COVID-19 Vaccine Janssen oder Nuvaxovid zu verwenden. 


Quelle: STIKO

  • Die STIKO empfiehlt allen ungeimpften Personen im gebärfähigen Alter dringend die Impfung gegen COVID-19, sodass ein optimaler Schutz vor dieser Erkrankung bereits vor Eintritt einer Schwangerschaft besteht.
  • Noch ungeimpften Schwangeren wird die Impfung mit 2 Dosen des mRNA-Impfstoffs Comirnaty ab dem 2. Trimenon empfohlen. Wenn die Schwangerschaft nach bereits  verabreichter 1. Impfstoffdosis festgestellt wurde, sollte die 2. Impfstoffdosis erst ab dem 2. Trimenon verabreicht werden.
  • Bereits mit 2 Impfstoffdosen geimpften Schwangeren soll unabhängig vom Alter ab dem 2. Trimenon eine Auffrischimpfung mit dem mRNA-Impfstoff Comirnaty in einem Abstand von 3 Monaten zur Grundimmunisierung angeboten werden, auch wenn für diese Gruppe bisher keine Daten zu einer Auffrischimpfung vorliegen.
  • Darüber hinaus empfiehlt die STIKO ungeimpften Stillenden die Impfung mit 2 Dosen eines mRNA-Impfstoffs, wobei bei unter 30-Jährigen nur Comirnaty eingesetzt werden soll, da in dieser Altersgruppe das Risiko des Auftretens einer Myo-/Perikarditis nach Impfung mit Spikevax höher ist als nach Comirnaty.
  • Die Anwendung von Nuvaxovid während der Schwangerschaft und Stillzeit wird aufgrund fehlender Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs und des enthaltenen Adjuvans Matrix M zum jetzigen Zeitpunkt nicht empfohlen. Eine Impfung mit Nuvaxovid in der Schwangerschaft und Stillzeit kann jedoch in Einzelfällen erwogen werden, wenn bei einer Schwangeren oder Stillenden eine produktspezifische, medizinische Kontraindikation gegen mRNA-Impfstoffe besteht. Eine akzidentielle Impfung in der Schwangerschaft ist keine Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch. 


Die STIKO empfiehlt nach abgeschlossener COVID-19-Grundimmunisierung und erfolgter 1. Auffrischimpfung eine 2. Auffrischimpfung für

  • Menschen ab dem Alter von 70 Jahren
  • BewohnerInnen in Einrichtungen der Pflege sowie für Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf in Einrichtungen der Eingliederungshilfe
    Menschen mit Immundeizienz ab dem Alter von 5 Jahren
    Personal in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen, insbesondere solchen mit direktem PatientInnen- bzw. BewohnerInnenkontakt.

  • Ziel der 2. Auffrischimpfung ist zum einen die Verhinderung von schweren COVID-19-Erkrankungen und Tod, zum anderen der individuelle Schutz von arbeitsbedingt exponierten Personen und in der Folge die Reduktion der Transmission von SARS-CoV-2 auf vulnerable Personen, die Minimierung von Isolations- und Quarantänemaßnahmen und die Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung.
  • Für die 2. Auffrischimpfung soll in der Regel ein mRNA-Impfstoff verwendet werden. Vorzugsweise soll es der mRNA-Impfstoff sein, der bei der Grundimmunisierung bzw. der 1. Auffrischimpfung zur Anwendung kam. 
  • Immundefiziente Menschen ab einem Alter von 30 Jahren sollen bei der Verwendung von Spikevax die hohe Dosierung des Impfstoffs (100μg) erhalten.
  • Bei ≥70-Jährigen, BewohnerInnen und Betreuten in Einrichtungen der Pflege sowie bei Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf in Einrichtungen der Eingliederungshilfe und bei immundefizienten Menschen ist die 2. Auffrischimpfung frühestens 3 Monate nach der 1. Auffrischimpfung empfohlen.

  • Bei Tätigen in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen ist die 2. Auffrischimpfung früestens 6 Monate nach der 1. Auffrischimpfung empfohlen.
  • Die STIKO geht davon aus, dass bei immungesunden Personen der Impfschutz nach der 1. Auffrischimpfung besser und ein längerer Impfbstand für den Langzeitschutz immunologisch günstiger ist. In begründeten Einzelfällen kann die 2. Auffrischimpfung auch bereits nach frühestens 3 Monaten erwogen werden
  • Nach 3 Impfungen und einer dann durchgenachten COVID-19-Infektion wird zunächst keine 2. Auffrischimpfung empfohlen
  • Immunsupprimierende oder immunmodulierende Therapien können prinzipiell auch bei einer anstehenden Impfung weitergeführt werden.
  • Empfehlenswert für den bestmöglichen Impferfolg ist eine möglichst geringe Immunsuppression zum Zeitpunkt der Impfung. 
  • Bisher ungeimpfte immundefiziente Personen sollen grundsätzlich eine Grundimmuniierung und 2 Auffrischimpfungen mit einem mRNA-Impfstoff nach der altersspezifischen Empfehlung erhalten.
  • Je nach Ausprägung der Immundefizienz können mehrere Impfstoffdosen für eine optimierte Grundimmunisierung notwendig werden. Beim Einsatz von Spikevax zur Auffrischimpfung von >30-Jährigen mit Immundefizienz ist die Dosierung empfohlen, die für die Grundimmunisierung eingesetzt wird (100μg). PatientInnen mit Immundefizienz < 30 Jahren sollen Comirnaty in der altersentsprechenden Dosierung erhalten.
  • Trotz einer derzeit limitierten Datenlage können immundefiziente PatientInnen, die eine produktspezifische, medizinische Kontraindikation gegenüber anderen COVID-
    19-Impfstoffen aufweisen oder die auf die bisher verfügbaren Impfstoffe keine messbare Immunantwort gegen SARS-CoV-2 entwickelt haben, mit Nuvaxovid geimpft werden.
  • Bei schwer immundefizienten Personen mit einer erwartbar stark verminderten Impfantwort können mehrere Impfstoffdosen zur Optimierung der primären Impfserie notwendig sein. Diese Impfstoffdosen sollen im Mindestabstand von 4 Wochen zur jeweils vorangegangenen Impfstoffdosis verabreicht werden. 
  • Erst nach erfolgreicher Grundimmunisierung soll 1 Auffrischimpfung im Mindestabstand von 3 Monaten erfolgen; dieser Mindestabstand gilt auch zwischen den Auffrischimpfungen.
  • Eine serologische Antikörpertestung zur Überprüfung des Impferfolges wird nicht grundsätzlich empfohlen. Der Wert, der einen sicheren Schutz bedeutet und damit eine oder mehrere Impfstoffdosen unnötig machen würde, ist nicht bekannt). 

    QUELLE: STIKO

Es gibt nur sehr wenige Gründe (Kontraindikationen), warum eine Person sich dauerhaft oder vorübergehend nicht gegen COVID-19 impfen lassen kann.

Manche Menschen glauben, sie könnten sich nicht gegen COVID-19 impfen lassen. Die meisten Bedenken kann man jedoch ausräumen. Zu solchen falschen Kontraindikationen gehören u.a.:

  • banale Infekte, auch wenn sie mit subfebrilen Temperaturen (≤ 38,5 °C) einhergehen
  • Krebserkrankungen, rheumatologische Erkrankungen
  • Allergien (die nicht spezifisch gegen Bestandteile der Impfung bestehen)
  • Behandlung mit Antibiotika oder Kortikosteroiden oder lokal angewendeten steroidhaltigen Präparaten
  • Blutungsneigung/ Einnahme von Gerinnungsmedikamenten
  • Vorbestehende neurologische Erkrankungen wie bspw. Multiple Sklerose
  • Chronische Erkrankungen wie Chronisch Entzündliche Darmerkrankungen oder Nierenerkrankungen

Nach Einschätzung des RKI können nur sehr wenige Personen (Einzelfälle) aufgrund von Allergien gegen Bestandteile der COVID-19-Impfstoffe nicht geimpft werden In der Regel können Personen, die mit einem der Impfstofftypen (mRNA vs. Vektor-basiert) nicht impfbar sind, mit dem jeweils anderen geimpft werden.

Für den Vektor-basierten COVID-19-Impfstoff Vaxzevria (AstraZeneca) gibt es darüber hinaus zwei seltene Kontraindikationen: ein vorbestehendes Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS) oder ein Kapillarlecksyndrom. Beides sind sehr seltene Vorerkrankungen (Einzelfälle). In diesen Fällen können mRNA-Impfstoffe verwendet werden.

Infektionen mit Temperaturen >38 °C sind eine vorübergehende Kontraindikation, nach Abklingen des Fiebers kann geimpft werden.

Viele andere Personengruppen können zwar geimpft werden, möglicherweise ist die Impfung bei ihnen aber weniger wirksam. Das betrifft Personen mit Immundefizienz. Dies heißt aber nicht, dass alle diese Personen nicht auf die Impfung ansprechen. Selbst unter schwer immunsupprimierten Personen, wie z.B. Krebspatienten unter bestimmten Chemotherapien oder Organtransplantierten, ist das Ansprechen auf die Impfung sehr unterschiedlich.

Viele Patient:innen und auch manche Ärzt:innen fürchten vermehrte Komplikationen durch COVID-19-Impfungen bei Immundefizienz. Teilweise wird diese Gefährdung als so hoch eingeschätzt, dass auf wirksamen und möglicherweise dringend indizierten Impfschutz verzichtet wird. Die Impfung immundefizienter Patient:innen ist jedoch besonders wichtig, da diese ein erhöhtes Risiko für schwere COVID-19-Verläufe haben. Deshalb wird hier in der Regel besonders zu einer Impfung geraten.

QUELLE: RKI Stand: 01.09.2021

Bei Allergien gegen einzelne Inhaltsstoffe gibt es von Seiten des RKI folgende Empfehlung: siehe HIER

FAQ     COVID-19 & Sonstiges 

In Anbetracht der COVID-19-Pandemie führt die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) gemeinsam mit der Justus-Liebig-Universität Gießen eine Umfrage zur Dokumentation von Patientenfällen mit einer rheumatologischen Erkrankung und einer COVID-19-Impfung durch. Dadurch soll untersucht werden, wie die Impfung von Rheumapatient*innen vertragen wird und ob eventuell Nebenwirkungen auftreten.

Nach der Registrierung gelangen Sie zum Fragebogen. Über einen Zeitraum von 12 Wochen sollen Sie insgesamt 6 Mal in regelmäßigen Abständen online befragt werden. Eine letzte Abfrage folgt nach 12 Monaten, um zu erfahren, ob Sie trotz Impfung an Corona erkrankt sind. Ihre Daten werden dabei geschützt und pseudonymisiert gespeichert. Das heißt, Ihre persönlichen Angaben (wie z. B. Ihre E-Mail-Adresse) können nur durch einen Code, der aus Ihren Angaben generiert wird und geschützt in der Datenbank abgespeichert ist, wieder mit Ihren Antworten zusammengeführt werden, um so zu gewährleisten, dass diese Antworten immer der/m richtigen Patientin/en zugeordnet werden können. Auswertungen und Veröffentlichungen dieser Umfrage erfolgen natürlich anonym, d.h. ohne Nennung oder Rückverfolgbarkeit Ihrer individuellen Angaben.

Die Teilnahme an dieser Umfrage ist selbstverständlich freiwillig und Sie haben zu jederzeit die Möglichkeit Ihre Teilnahme an der Impfumfrage per E-Mail zu beenden. Im Fall eines solchen Widerrufs Ihrer Einwilligung werden Ihre Daten wieder gelöscht.

Mit Ihrer Hilfe hoffen wir hierdurch relevante Informationen zu erhalten, die wir auch nutzen möchten, um zeitnah, national und international über aktuelle Entwicklungen und neue Erkenntnisse zu informieren.

Nur gemeinsam können wir die Herausforderung dieser bisher nicht da gewesenen Krise meistern. Mit Ihrer Hilfe hoffen wir, wichtige Erkenntnisse zu Verträglichkeit und Sicherheit der Corona-Impfung bei rheumatischen Erkrankungen zu gewinnen, die der besseren Beratung und Versorgung aller Rheumapatient*innen zugutekommen sollen. Bitte informieren Sie gerne auch andere Patient*innen mit rheumatologischen Erkrankungen über diese Umfrage.

Wir danken Ihnen für Ihre Mühe und Mitarbeit in dieser wichtigen Angelegenheit. Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu dem Projekt haben, zögern Sie bitte nicht, uns zu kontaktieren.

Das Virus SARS-CoV-2 kann die COVID-19 Erkrankung verursachen. Schützen Sie sich. Prävention ist der beste Schutz.